Taxifahrt

Intervention
2018

Überraschende, ungeplante Begegnungen erleben die Berner Quartiersbewohner*innen bei einer Taxifahrt durch die Stadt. Dabei ist nichts dem Zufall überlassen, oder etwa doch? Marinka Limat initiiert, wer gemeinsam eine Reise unternimmt. 

Bei einer Strassenumfrage in Bern hat die Künstlerin mit über 100 Personen gesprochen, die sich mehr Austausch im Quartier wünschen. Limat nutzt die gesammelten Eindrücke ihrer Begegnungen, um neun Paare für eine gemeinsame Fahrt zu arrangieren. So trifft der ehemalige Förster Michel auf die Kuratorin Annina, die Schüler Jonas und Giora begegnen der Architektin Jutta, Issam und Charlemagne, zwei Geflüchtete, treffen die Künstlerin Ines, und Weede und Mätthu, die seit geraumer Zeit ohne feste Behausung im Wald leben, lernen den Architekten Stanislas kennen. 

15 Minuten werden die Paare in Abwesenheit der Künstlerin durch den Berner Stadtteil Länggasse-Felsenau gefahren. Sie teilen ihre persönlichen Eindrücke und Erfahrungen über das Leben im Quartier. Erst bei ihrer Ankunft im Lokal Chlyne Hecht empfängt Marinka Limat die Reisenden, die einander zum ersten Mal begegnet sind. 

Die künstlerische Intervention „Taxifahrt“ ist anlässlich der Zwischenpräsentation des Wettbewerbs „Kunstplätze 2019“, der Stadt Bern, entwickelt worden.

Interviews mit den Bewohner*innen des Stadtteils II über ihre Begegnungen im Taxi, Bern, 2018. Kamera: David Röthlisberger, Schnitt: Róbert Sági
Der Architekt Stanislav Zimmermann begegnet Weede und Mätthu, die beide im Bremgartenwald leben, Bern, 2018. Foto: Beat Schweizer
Alle Paare der Intervention treffen im Restaurant „Chlyne Hecht“ aufeinander, Bern, 2018. Foto: Beat Schweizer